Northern Wrestling Division 16.12.2018 - 16:51 Uhr

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    NWD

    Northern Wrestling Division

     

    Gewaltprävention

     

         1. Einführende Worte

         2. Was schürt die Gewalt und wie wollen wir ihr begegnen?

    1. Einführende Worte Als sich im September des Jahres 2013 einige engagierte Menschen zur Gründung der NWD entschlossen, war es das große Ziel, Menschen aus sozial schwierigem Milieu und mit Migrationshintergrund einen Zugang in gefestigte soziale Strukturen, in die Gesellschaft zu geben und den Wrestlingsport zu fördern.

    Dabei kam es zu der Idee, langfristig eine Kooperation mit den Vollzugsanstalten der Region einzugehen.                           Denn um gewaltbereite, extremistisch gefährdete Jugendliche zum Umdenken zu bringen, braucht es mehr als eine Haftstrafe. Fast 80 % aller wegen einer Gewalttat inhaftierten Jugendlichen werden nach ihrer Entlassung rückfällig. Weil sich nichts an ihrem Verhalten und an ihren Motiven geändert hat.

          2. Was schürt die Gewalt und wie wollen wir ihr begegnen?

              2.1. Gewaltverhalten in der Jugend

    Gewalttätiges Verhalten hat unterschiedliche Gründe und es gibt kein allgemeingültiges Rezept, das sich bei jedem Betroffenen anwenden lässt. Ein Jugendlicher der Gewalt aus der Häuslichkeit kennt und für normal empfindet braucht andere Begleitung als jemand, bei dem Gewalt ein Ausdruckszeichen von Frustration oder evtl. fehlender Anerkennung ist. Präventive Maßnahmen sind vielfältig aber es hat sich doch immer wieder gezeigt, dass der Sport als gängigstes Mittel zum Spannungsabbau innerhalb einer bzw. mehrerer Personen genutzt wird.

    Gewalt muss an der Wurzel angepackt werden und in irgendeiner Form kanalisiert werden. Die Jugend ist zunehmend enthemmt von Gewaltspielen auf Computern, durch Drogen oder Rauschmittel, Alkohol etc. dies ist für Körper und Geist der Jugendlichen Stress pur. Stress setzt in unserem Körper Energie frei, das ist noch aus der Urzeit in uns verankert. Damals bedeutete Stress gleich Gefahr und bei Gefahr stellt der Körper alle Energie zur Verfügung die vorhanden ist. Auch hier ist der Vereinssport eine gute Möglichkeit Stress und Ziellosigkeit in Leistung, positive Energie und Zielstrebigkeit umzuwandeln.

              2.2. Stressabbau

    Um die angestaute Energie raus zulassen ohne gleich den nächst besten zusammenzuschlagen, empfiehlt sich erst einmal jede Art der sportlichen Betätigung. Wer sich ein zwei Mal die Woche völlig auspowert hat, hat danach sicher kein Bedürfnis mehr sich mit anderen anzulegen. Die NWD ist jedoch der Meinung das Wrestlingsport ein größeres Potenzial zur Gewaltprävention hat, als andere Sportarten. Warum das so ist möchte ich hier nun etwas genauer erläutern.

              2.3. Vorteile der Kampfkünste

    Grundsätzlich senkt Sport den Stress und Aggressionspegel im Körper, egal in welcher Form er ausgeführt wird. Sport führt den Teilnehmern aber auch andere Dinge vor Augen. Respekt egal in welcher Sportart auch immer, der Trainer ist Respektsperson, denn er vermittelt, entdeckt und fördert das Talent. Wer Respekt gegenüber seinen Mitmenschen lernt, wird diese auch so behandeln und nicht verprügeln, denn dies ist kein Zeichen von Respekt.

    Feste Regeln

    In jedem Sport gibt es Regeln. Regeln die bei nicht einhalten mit Strafen, wie etwa Disqualifikation oder Sperren geahndet werden. Das ist auch immens wichtig, denn man darf nicht vergessen, dass die meisten Kampfkünste ihre Wurzeln im Kampf um Leben und Tod haben. Das Einhalten der Regeln, besonders in Wettkämpfen ist daher wichtig um das Verletzungsrisiko niedrig zu halten. Daher lernt jeder sich an die Regeln des jeweiligen Verbands zu halten. Und das gilt nicht nur für Wettkampfsituationen. Vereine sind für viele Mitglieder wie Familie und auch in dieser gibt es Regeln.

              2.4. Wettkämpfe

    Es liegt in der menschlichen Natur sich mit anderen zu messen. Das Wort Wettkampf beinhaltet das Wort Kampf. In unserem sozialen Alltag wird um alles gekämpft. Der Job, Anerkennung, Glaubensfragen, oftmals nur der Grundsatz Recht zu haben….aber letztendlich geht es doch nur darum klarzustellen , wer der Stärkere ist denn dieser überlebt. Wieder etwas das noch aus längst vergangenen Tagen in uns schlummert. Damals war die Position innerhalb einer Gesellschaft davon abhängig wie stark man selbst war. Ganz so dramatisch sind die Verhältnisse heutzutage in unserer Gesellschaft natürlich nicht mehr. Heute ist die Frage des gesellschaftlichen Status von Vorrang. Menschen erkennen das sie durch Leistung und Konkurrenz etwas erreichen können und eigene Grenzen überschreiten neue Limits erreichen. Und damit komme ich auch endlich zu dem eigentlichen Punkt:

              2.5. Wettkämpfe im Kampfsport

    Wettkämpfe sind nichts anderes als Rangfolgekämpfe, nur das hier nach festen Regeln, man könnte auch sagen zivilisiert oder geordnet gekämpft wird. Wer sich hier beweist bekommt anders wie auf der Straße, Anerkennung der anderen Sportler und je nachdem wie weit man es schafft auch den Respekt der breiten Masse. Noch dazu gibt es Preisgelder und Auszeichnungen. Warum sollte man sich dann noch beweisen wollen in dem man einen Streit vom Zaun bricht oder in Gruppen über Schwächere herfällt?

              2.6. Selbstverteidigung/Selbstbewusstsein

    Gewaltprävention kann jedoch nicht nur auf Seiten der Täter betrieben werden. Auch potenzielle Opfer können durch Kampfsport Gewalt vorbeugen. Jeder der über einen längeren Zeitraum Kampfsport betrieben hat, wird wissen was wir meinen wen wir sagen, dass man mit einer völlig anderen Einstellung durch das Leben geht. Das soll heißen, dass man durch das erlernen von Kampfkünsten sein Selbstbewusstsein und dadurch auch seine äußeres Auftreten dahingegen verändert, das man gar nicht erst zum Opfer wird. Die meisten Täter suchen sich natürlich schwache Gegner, „leichte Beute“ also, die sich meist auch noch als solche zu erkennen gibt. Kampfsport hilft den Menschen diese so genannte Opfermentalität abzulegen. Wer lernt, dass er nicht immer nur einstecken muss, wird definitiv auch weniger oft in kritische Situationen kommen.

    Warum?

    Dass Jugendliche brutale Gewalttaten gegen Menschen begehen, die anders denken, anders aussehen oder anders glauben, ist längst keine gesellschaftliche Randerscheinung mehr. Rund 2500 jugendliche Straftäter werden jährlich in Deutschland wegen schwerer und schwerster Gewalttaten auffällig, knapp 80 % auch nach einer Haftstrafe wieder. Hintergrund und Motiv: Gewaltbereitschaft, gepaart mit Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und einem Menschenbild, das demokratischen und humanistischen Werten widerspricht.

    Junge Menschen, die Fehler begangen haben, müssen eine Chance erhalten, ihr Verhalten zu ändern und einen Ausweg aus der Gewalt zu finden. Kurzzeitpädagogische, Verhaltenskonditionierende Maßnahmen greifen hier nicht. Die Gewaltszene ist gut organisiert und wer einmal dabei ist, für den ist ein Ausstieg schwer. Den Rückfall in alte Verhaltensmuster verhindern nur stabile Beziehungen und der Transfer von Lernerfolgen in den Lebensalltag nach der Entlassung sowie ein neues sozial gefestigtes Gefüge. Welche Erfahrungen muss ein Jugendlicher, der bisher nur Demütigung und Gewalt kennt, machen, um sein Verhalten zu ändern? Er soll „Verantwortung übernehmen - Abschied von Hass und Gewalt“ entwickeln.